Sonntag, 1. Mai 2016

Shiner - Jenseits Von Gut Und Böse

Michael Caine spielt hier mehr oder weniger einen Schurken. Sein Boxpromoter "Shiner" umgibt sich mit mehr oder weniger zwielichtigen Personen und dann will ihn die Polizei auch noch am Tag seines größten Triumphes (sein Sohn soll gegen einen amerikanischen Champion boxen) verhaften. - Sir Michael hat die Rolle sicher mit viel Herzblut angelegt und aus Liebe zum guten alten England/London mitgemacht, aber so richtig kommt die Geschichte nicht in Schwung. Das ist sehr schade, denn eigentlich passiert eine ganze Menge. Ärgerlich auch, daß die DVD so mager ausgestattet ist. So ist der Originalton (Cockney) nur für Eingeweihte zu verstehen (und leider nicht optional zu untertiteln) und auch das "Making Of" kommt etwas billig daher. Wegen Michael Caines Leistung und der durchaus interessanten Geschichte gibts hier 3 Sterne. Dennoch: Nur für Fans!

"Shiner"
 UK, 2000
Regie: John Irvin

Bank XIX

Juni - 2015 - June

Sonntag, 24. April 2016

Der Stille Amerikaner

Es handelt sich bei diesem Film um einen etwas anderen Vietnam-Film! Während "Platoon" etc. den Wahnsinn des Krieges zeigen, beschreibt "Der stille Amerikaner" sozusagen die Vorgeschichte: Die USA ziehen im Hintergrund bereits die Fäden und gehen über einige Leichen, während der Rest der Welt noch mit den Nachwehen des 2. Weltkrieges zu tun hat und sich eigentlich gar nicht für dieses obskure Land in Asien interessieren. Michael Caine spielt hier souverän wie üblich (und übrigens ohne Gage, wie man den Extras entnehmen kann) und Brendan Fraser versucht sich halbwegs überzeugend mal nicht den vertrottelten Typen von nebenan zu spielen... Wer auf Kriegsaction steht ist hier falsch, wer aber auf solide Schauspielkunst, exzellent besetzte Rollen und eine durchaus dramatische Dreiecksgeschichte am Vorabend eines Krieges steht sollte sich diesen Film nicht entgehen lassen!

"Der stille Amerikaner"
USA/AUS/D/F/UK, 2002
Regie: Phillip Noyce

Sonntag, 17. April 2016

The Happening

M. Night Shyamalan ist ein Verehrer von Alfred Hitchcock. Das ist erstmal gut. Leider hat er sich wohl gedacht er könne "Die Vögel" neu inszenieren. Ganz schlechte Idee: Aus den wirklich üblen Krähen und Möwen werden hier Pflanzen und die Bedrohung nur durch den Wind "sichtbar". Was nun wirklich nach einem B-Movie aus den 1970ern klingt wird auch leider so geschauspielert: Mark Wahlberg ist nun wirklich nicht gerade die erste Garde und aus ihm wird einfach kein Lehrer, auch wenn man ihm einen Polunder (!) zum anziehen gibt. Und selbst wenn: Ein Polunder tragender Lehrer verspottet sicher nicht die Co-Rektorin seiner Schule als "dunklen Lord" (so cool sind Lehrer in Polundern einfach nicht).

Vielleicht sollte man sich generell nicht mit der Logik von Horror(?)-Filmen auseinandersetzen, aber hier bleiben einfach eine Menge Fragen: Was ist mit den Sprachstörungen bevor eine Reihe Selbstmorde beginnt? Warum bringen sich nicht ALLE Menschen um sondern nur einige aus einer Masse? Warum sehen die offenbar nicht betroffenen alle anderen rückwärts laufen? Und vor allem: Wie schafft man es mit so einer dünnen Story Hollywood Geld aus dem Ärmel zu leiern?Glücklicherweise ist der Film nach etwa 90 Minuten vorüber, bei der dünnen Story hätte es auch nicht für mehr gereicht. Man mag sich nicht vorstellen, was der "Director's Cut" (Werbung: "Noch brutaler") zu bieten hat, denn die Schockelemente dieser Version wirken schon extrem aufgesetzt und passen so gar nicht zu den Stohpuppen, die anfangs von Wolkenkratzern fallen.

"The Happening"
USA/IND, 2008
Regie: M. Night Shyamalan

Sonntag, 10. April 2016

Spurensuche

Dieser Film findet genau die richtige Balance zwischen Komödie und Tragödie bzw. Drama: Der letzte Wille von Joshs Großvater bringt ihn zusammen mit seinem Sohn sowie seinem nach 30 Jahren zurückgekehrten Vater auf eine Reise die mal absurd und mal nachdenklich daherkommt. Am Ende steht eine schreckliche Wahrheit, die nicht leicht zu verarbeiten ist. - Ein tolles kleines Schauspielerensemble macht die Figuren sehr lebendig. Unglaublich, daß dieses Drehbuch 10 Jahre gebraucht hat um zu reifen und der Regisseur hier sein Debüt gibt!

"Spurensuche"
USA, 2004
Regie: Jordan Roberts